Montag, 23.10.2017
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Verwaltungsgemeinschaft
NORDKREIS
WEIMAR

Geschichte der Stadt Neumark

Neumark wurde bereits erstmals 1179 nach Rückzug der Slawen als Siedlungsplatz erwähnt. 1248 wird es als villa (Dorf) bezeichnet. Die Stadtgründung erfolgte wahrscheinlich um 1325. 1326 erscheint Nuwinmarkete - als stat bezeichnet, wodurch eine lange Stadterhebung deutlich wird. Der Gründung der Stadt gingen zwei ländliche Siedlungen voraus, von denen die eine, das Niederdorf, noch heute erhalten ist. Es wurde südlich der ehemaligen Burg in der Form eines Sackgassendorfes angelegt und später nicht in die Stadtbefestigung einbezogen. Ein zweites Dorf (Oberndorf) lag im Mittelalter am St.-Michaelsbrunnen. Es wurde am Ausgang des 16. Jh. wüst. Die Umrißlinie der erstmals 1326 erwähnten Stadt umschreibt die Form eines Rhomboiden von etwa 300 m Seitenlänge. Die Stadt wird durch eine über die längere Diagonale geführte Hauptstraße erschlossen, die zu einem dreieckigen Marktplatz erweitert ist. Neumark war mit Gräben, Mauern und zwei Toren befestigt gewesen und ist in seiner mittelalterlichen Stadtstruktur in großen Teilen noch heute erlebbar, da im Bereich der ehemaligen Mauer eine fast durchgehende Grünzone samt Graben verläuft. Abseits der großen mittelalterlichen Handelsstraßen entwickelte sich Neumark nur geringfügig über die mittelalterliche Stadtgrenze hinaus.

Im Mittelalter war grundherrlicher Besitz der Grafen von Weimar Orlamünde nachweisbar. Vorrangig aber waren die Besitzungen des hiesigen Gutes, welches wettinisches Lehen war. Dieses Gut wurde um 1487 geteilt und kam 1760 und 1778 als Schatullgut an die Herzöge von Sachsen Weimar und wurde schließlich 1806 Kammergut. Die Stadtgründung erfolgte wahrscheinlich 1325 durch die Herren von Allerstedt. Die Rittergutsbesitzer waren bis ins 18. Jh. Stadtherren. Ein herrschaftlicher Schultheiß erscheint 1326, ein Rat mit 2 Ratsmeistern (Bürgermeistern) und 2 Kämmerern wird im 15. Jh. genannt.

Die Einwohner betrieben hauptsächlich Landwirtschaft. Im 16. Jh. wird Waid- und Weinanbau erwähnt. Neben dem Gut (mit bedeutender Schaftzucht: 1880 auf 315 ha) gab es vor allem mittelbäuerlichen Besitz. 1922 wurde das Gut Thüringer Staatsdomäne. An der Flurgrenze zu Vippachedelhausen gab es eine Damm-Mühle am See, der im 18. Jh. trockengelegt wird. Seit 1740 wird eine Windmühle genannt. Das Handwerk hatte im 19.Jh. überörtliche Bedeutung ging aber von 1858 - 29 Betriebe (vor allem Weber) - auf 9 zurück (1880). Ein Wochenmarkt ist seit 1530 nachgewiesen.

Neumark hatte von 1887 - 1945 einen Bahnhof an der Schmalspurstrecke Weimar - Großrudestedt. Trotz dieses Anschlusses wurde keine Industrie oder anderes größeres Gewerbe in Neumark ansässig.

Zerstörungen gab es im Thüringischen Erbfolgekrieg und in späteren kleineren Auseinandersetzungen. Eine Feuersbrunst wütete 1789.

Die auf dem Friedhof liegende Stadtkirche wurde in der 2. Hälfte des 15. Jh. erbaut, nach schweren Verwüstungen im 30 jährigen Krieg wurde die Kirche erst 1688 - 1691 wieder aufgebaut. Bemerkenswert ist der an der Nordseite vor gelagerte 3-geschossige Turm. Landschaft beherrschend ist der ungewöhnlich hohe verschieferte Spitzhelm, dessen Knauf die stattliche Höhe von 69 m erreicht. Auffallend sind die vielen Grabplatten in der Kirche.

Auf dem Windmühlenberg westlich von Neumark an der Vippach-Niederung befindet sich vermutlich ein Siedlungsplatz aus der Römischen Kaiserzeit und ebenfalls aus dem Frühmittelalter. Scherbenfunde aus der Römischen Kaiserzeit sowie deutsche und slawische Keramik des 8.-14. Jahrhunderts wurden im Bereich des St.-Michaelsbrunnens gemacht. Weitere Funde von frühgeschichtlichen Siedlungen werden vom Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens in der Nähe des ehemaligen Neumärker Sees erwartet.

Die Stadt Neumark hat ihren ländlichen Charakter bis in die Gegenwart behalten. Das ehemalige Gut mit dem Gutshaus ist als geschichtlich wertvollstes Gebäude anzusehen. Auf dem "Alten Gutshof" am südöstlichen Ortsrand von Neumark werden bauwilligen Bürgern alltraktive Grundstücke angeboten. Die verkehrsmäßige Erschließung des Wohngebietes erfolgt über das örtlich vorhandene Straßennetz und grenzt unmittelbar an den historischen Stadtkern. In Neumark befindet sich eine schön sanierte und modern gestaltete Kindertagesstätte. Auf der von 1887 bis 1945 genutzten Schmalspurstrecke Weimar - Großrudestedt entstand der Laura-Radweg in Richtung Vippachedelhausen - Markvippach, der bedingt durch seine Lage zum Wandern und Radfahren einlädt. Größter Arbeitgeber in Neumark ist die Erzeugergenossenschaft. Weiterhin ist eine große Schweinemastanlage im Ort ansässig, sowie verschiedene handwerkliche Betriebe. Von Neumark aus erreicht man die umliegenden Orte schnell über die Landesstraße.

 

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